Indy´s kleines Katzentagebuch:

Die Vorgeschichte können Sie auf der Katzenseite lesen. Einen gaaaanz herzlichen Dank noch mal an alle Tierfreunde, die für Indy gespendet haben und somit die schwierige und teure Operation ermöglicht haben.

Und nicht zuletzt ganz lieben Dank dem Pflegestellen-Frauchen, Frau Müller, die die ganze Arbeit und Fahrerei zum Tierarzt auf sich nimmt und schon viele viele Nerven gelassen hat und schlaflose Nächste hatte. 

Am 19.10.2004 (Dienstag) wurde Indy, dank der vielen lieben Spender, operiert.

Am 20.10.2004 (Mittwoch) konnte Indy mittags vom Pflegestellen-Frauchen abgeholt werden. Indy hat die Narkose nicht gut vertragen und war immer noch benommen. Sie fauchte die Zweibeiner an und wollte sich verkriechen, auch Futter nahm sie nicht an.

Am 21.10.2004 (Donnerstag) mittags rief mich das Pflegestellen-Frauchen an und war ganz guter Dinge. Die Nacht verlief relativ ruhig, Indy eckte zwar ein paar Mal mit ihrem Trichter, den sie ja vorerst tragen muss, an diversen Möbeln an, kam aber zwischendurch ins Bett zum Schmusen und Schlafen. Am nächsten Morgen nahm das Pflegestellen-Frauchen Indy den Trichter mal für eine dreiviertel Stunde ab, natürlich unter strengster Kontrolle! Indy hat in dieser Zeit getrunken und Ihr Schüsselchen Futter aufgegessen. Anschließend kam der Trichter erst einmal wieder um. Und dann stellte sich heraus, dass Indy auch mit Trichter trinken kann... sieh an, sieh an :o))

22.10.2004 (Freitag)

Hallo zusammen,

endlich, endlich schaffe ich es, mich selbst mal wieder zu melden - aber wie Ihr schon im Tagebuch gelesen habt: Nach der OP war ich erst mal ziemlich schlecht drauf. War wohl alles etwas zu viel für mich - selbst der Arzt war in Sorge, weil ich so schlecht wieder auf die Beine kam.
Ich bin hier in meinem Pflegezuhause rumgetorkelt, immer wieder auf den Po gefallen - und zu allem Überfluss mit dieser schrecklichen Halskrause, die an einen Lampenschirm erinnert und genauso bequem zu tragen ist, überall gegengelaufen oder hängen geblieben und habe mich fürchterlich erschreckt. Beim ersten Versuch auf mein Klöchen zu gehen, bin ich sogar komplett mit der Halskrause im Streu steckengeblieben - das war ein Drama, sag' ich Euch. Pflegefrauchen wollte mich retten, ich hab nur geschrieen, gefaucht und gekratzt, weil ich die gute Absicht nicht gesehen haben. Meine Pflege-Zweibeinerin war ganz fertig, weil sie mir nicht helfen konnte und ich richtig, richtig kiebig war - ist ja sonst gar nicht meine Art, aber ich war einfach nicht ich selbst.
Seit Donnerstag aber geht es steil bergauf. Wenn Pflegefrauchen mir ab und an den Lampenschirm abnimmt, rolle ich wie verrückt auf dem Boden rum und lasse mir den Bauch kraulen - das geht ja mit Schirm recht schlecht.
Doch langsam gewöhne ich mich sogar an das Teil - kann mittlerweile sogar fressen und trinken (meine Näpfe sind jetzt quasi "aufgebockt", damit ich besser drankomme), und aufs Klo gehen ist mittlerweile eine meiner leichtesten Übungen. Und ich schnurre auch wieder, wenn ich gekrault werden.
Und das beste: Ich kann etwas mehr sehen - gucke mir mit großen Augen die Welt an. Pflegefrauchen erzählt mir immer, dass meine Augen wunderschön sind. Ich hab noch nicht in den Spiegel geschaut, aber sie sollen ganz tief und bernsteinfarben sein - keine milchig grauen Murmeln mehr. O.k., die Hornhaut ist und bleibt ein bisschen milchig, die kaputten Linsen haben viel zu lange davor gelegen. Aber wenn's nur das ist...
Mein linkes Auge sieht jetzt fast aus wie ein "normales" Auge, das rechte ist noch etwas lädiert - bei der OP wurde dort eine Luftblase platziert, um die Augenform zu halten. Das soll sich im Laufe der nächsten Tage und Wochen von selbst wieder regulieren, aber solange sehe ich eben aus wie ein kleine Wasserwaage - Pflegefrauchen lacht sich immer über mich kaputt, wenn ich sie anblinke, aber ich nehm's ihr nicht übel. Ich weiß ja, dass sie sich riesig mit mir freut. Zumal der Arzt bei der Nachuntersuchung am Donnerstagabend - fast genau 48 Stunden nach dem Eingriff - zufrieden mit mir und meinen Augen war.
Klar, ich muss jetzt einen ganzen Haufen Medizin schlucken -  aber auch das ist o.k. - so bitter die Medizin ist, in Leberwurst verpackt schmeckt auch sie köstlich.
Wie gesagt: Mit dem Lampenschirm hab' ich mich auch schon arrangiert, kann mich jetzt recht sicher bewegen - seit Freitagmorgen kann ich sogar schon wieder alleine auf Bett und Couch und wieder runter springen. Ich muss mich mal selbst loben: Ich stell mich dabei ganz schön geschickt an... :o)
Das heißt für mein Pflegefrauchen, dass sie nicht mehr jede Minute mit Argusaugen über mich wachen muss. Ist ein gutes Gefühl, wieder selbstständiger zu werden - und trotzdem zu wissen, dass Hilfe jederzeit in der Nähe ist, wenn ich sie brauche.

So, jetzt muss ich mich aber wieder ein bisschen hinlegen - müde bin ich schließlich doch noch. Aber auch sehr, sehr optimistisch, dass alles gut wird - das Gröbste hab' ich schließlich hinter mir!

Ich halte Euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden - und danke noch mal ganz, ganz herzlich für die ganze Hilfe, für die vielen Spenden, das Pfötchendrücken, die warmen Worte, die Leckerchen, für alles, alles, was mich schneller gesund werden lässt.

Ein herzliches Miau und ein lautes Schnurren
Indy mit den Bernsteinaugen

23.10.2004 (Samstag)

Hier sieht man sehr schön die Bernstein-Augen, aber auch etwas milchig - und ganz, ganz tief!
Selbstverständlich sind die Fotos ohne Blitz gemacht worden, um die Augen zu schonen.

24.10.2004 (Sonntag)

Heute war ich bei Indy und habe einen Krankenbesuch abgestattet. Auf ihren kleinen kurzen Beinchen kam sie mir mit der Riesen-Tröte entgegen gewankt. Dass sie aufgeregt war, konnte sie nicht leugnen, denn unter dem Trichter schienen ihre vor Aufregung roten Öhrchen durch.

Jetzt wurde erst einmal kontrolliert, was ich an Geschenken mitgebracht habe:

eine kleine Catnip-Maus, ein paar Leckerlies wie z. B. Käserollies, ein Thunfisch-Töpfchen, Knabberstangen etc.

Nun ja, Indy wäre keine normale Katze, wenn Sie mir ihre Freude zeigen würde, also tat sie erst einmal so, als ob das alles nicht so wichtig wäre. Die Pflegemama und ich tranken dann Kaffee und Indy lag bei ihr auf dem Schoss und genoss das Streicheln. Nach einiger Zeit merkte ich, dass Indy weg war und wir fanden sie - andächtig die Sonne anbetend - auf dem Balkon sitzend, mit dem Trichter in die Höhe.

Nach 2 Stunden musste ich dann mal wieder nach Hause und verabschiedete mich von Indy. Erfreulich war aber, dass ich wirklich gemerkt habe, dass Indy guckt! Sie kann wirklich besser sehen und riecht und tastet nicht nur. Sie hat wunderschöne Augen, in die man nun hinein sehen kann.

Indy brachte mich noch zur Tür und ich verabschiedete mich von ihr und der Pflegemama.

(Am nächsten Tag erzählte mir die Pflegemama, dass Indy dann doch nachts die Leckerchen gegessen hat *freu*).

Gina Hüls

26.10.2004 (Dienstag), 1 Woche nach der OP:

Hallo zusammen,

heute Morgen war ich noch mal beim Arzt. Ich sag' Euch, langsam hängt mir das ganz schön zum Halse raus - daher mach' ich auch immer fein Theater, wenn Pflegefrauchen mich in die Transportbox stopft.

Aber ein Gutes hatte es ja doch: Ich bin den Lampenschirm los. Der Doktor war sehr zufrieden mit meinen Augen und hat mich von der Tröte befreit (was meine Dosenöffner allerdings nicht daran hindert, mich auch weiterhin Trötchen zu nennen...).
Ein Grund dafür, dass er mich befreit hat, war aber auch, dass ich in den vergangenen Tagen zu wenig gefressen und getrunken hatte und der Arzt hoffte, dass ich ohne Trichter wieder "normal" funktioniere. Auch da hat er natürlich Recht gehabt - seit das Schirmchen ab ist, esse und trinke ich wieder regelmäßig, mag wieder naschen und geh wieder ordentlich aufs Klo. Denn wenig feste Nahrung und viel Medizin waren mir ziemlich auf den Magen geschlagen - ich hatte sehr unschönen Durchfall.
Aber wie gesagt: Auch das kriegen wir grad wieder in den Griff!

Wie Ihr seht: Das Daumendrücken und Pfötchenhalten hat geholfen - ich fühle mich sauwohl und sehe wahrhaftig mehr. Frau Hüls hat mir bei Ihrem Besuch am Sonntag neben vielen Leckerlis eine tolle, neue Katzenminze-Maus mitgebracht. Die ist ziemlich cool - ich tobe ganz schön mit ihr herum. Denn jetzt rieche ich sie nicht nur, sondern kann sie auch ein bisschen sehen! Wunderbar!!!

Herzallerliebste Grüße und bis ganz bald - ich melde mich wieder!
Indy Ex-Trötchen

(Samstag, 30. Oktober)

Hallo und guten Tag,

da bin ich wieder. Ich war nämlich heute Morgen erneut beim Arzt, zur Kontrolle. Natürlich hatte ich keine Lust und wollte mich drücken. Also hab' ich mich erstmal vor Pflegefrauchen versteckt, als ich merkte, es geht los. Sie hat ganz schön geflucht - aber mich schließlich doch überlistet. Aber wartet ab - beim nächsten Mal bin ich schlauer... :o)

Auf alle Fälle hat mir der Doktor mal wieder mit verschiedenen Geräten ganz tief in die Augen geschaut. Und wisst Ihr, was er zu ihrem Zustand gesagt hat??? "Sensationell gut" sähen sie aus. Und dazu müsst Ihr wissen: Er ist ein Mensch, der sehr, sehr zurückhaltend mit positiven Aussagen ist - Euphorie und Jubelgesänge gibt's bei ihm nur selten. Daher hab' ich mich umso mehr gefreut!

Allerdings spielt mein Darm immer noch verrückt, ich habe nach wie vor ziemlich heftigen Durchfall - also haben wir die Medikamente, Antibiotika und Kortison, abgesetzt, und nun muss ich ein Darmgel schlucken. Bah, bah, bah!! Auch da schlag' ich Alarm, wenn die Tube auf mich zukommt. Und ich sag Euch: So klein ich bin, so kiebig kann ich auch sein!!

Mein Pflegefrauchen hat jetzt die Aufgabe, meine Augen ganz genau zu beobachten, zu gucken, ob sich - durch das Aussetzen der Medikamente - irgendwas verändert. Rötungen, erhöhter Augeninnendruck, Ablösungen im Auge oder schlechteres Sehen. Das alles könnte passieren, sagt der Doktor. Nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft. Ich werde zeitlebens eine Risikokandidatin bleiben, meint er. Aber ich denke, ich habe schon jetzt unter Beweis gestellt, wie gut ich alles wegstecken kann, wie hart ich im Nehmen bin - da macht mir die Zukunft keine Angst.

Jetzt ist vor allem erstmal wichtig, den Durchfall aus der Welt zu schaffen - auch wenn's nur mit bahbahbah-Medizin geht!
Pflegefrauchen hat mich beim Arzt noch auf die Waage gestellt, um zu kontrollieren, ob ich durch die OP viel Gewicht eingebüßt habe - hab' ich aber nicht. Oder besser: Ich hatte vor der Operation ein paar Reserven, sodass ich jetzt wieder bei meinen Idealgewicht angelangt bin: 2,7 Kilo. (Jaja, ich weiß, was Ihr jetzt denkt - aber ich bin nun mal ein Fliegengewicht! Nicht umsonst halten mich Fremde für eine ganz junge Katzendame...)

Ich gucke mal, ob ich Pflegefrauchen überreden kann, in der nächsten Woche ein paar aktuelle Bilder von mir für Euch zu machen!

Bis dahin sage ich "Tschüss" und "Miau"!
Liebe Grüße
Indy

02.11.2004 (Dienstag)

Indy musste wieder zum Tierarzt, da offensichtlich ihr linkes Auge gejuckt hat und natürlich hat Indylein zurückgejuckt. Die Folge: das Auge war knallrot und sie hat geknibbelt. Indys Hornhaut ist gereizt, was der Tierarzt nach der langen Schädigung und  der OP nicht weiter verwunderlich findet. Indy muss nun wieder Tröte tragen, damit ist sie sehr unglücklich (obwohl sie damit sehr gut zurecht kommt). Indy bekommt zweimal am Tag antibiotische Augentropfen, was ihre Laune nicht grade steigert (...).

03.11.2004 (Mittwoch)

Der Tierarzt hat dem kleinen Mädchen tief in die Augen geguckt und sich einfach nur gefreut. Brummelte was davon, dass er niemals nicht gedacht hätte, dass die Augen sooooo gut werden würden, das das ja ein echter Glücksfall wäre...
Auch die Hornhautreizung hat sich verzogen - allerdings ist ihm (und ehrlich gesagt mir auch) das Risiko zu groß, dass Indy sich in einem unbeobachteten Moment durch die Augen wischt. Also: Trötchen bleibt vorerst Trötchen...
Passt ihr natürlich nicht wirklich, aber wie erwähnt: Da muss sie jetzt durch. Zumal sie mit der Tröte mittlerweile sehr mobil ist. Und wenn ich da bin, wird sie natürlich befreit!
Leider frisst und trinkt sie zu wenig dank der Krause. Aber auch dazu meinte der Tierarzt, dass sie körperlich in einer so guten Verfassung sei (der Durchfall scheint ebenfalls Geschichte zu sein), dass ihr ein paar Tage schmale Küche nichts ausmachen dürften. Naja, und sie futtert ja, wenn sie die Krause los ist...
Donnerstag müssen wir noch mal zur Kontrolle hin - und dann hoffe ich, dass erst mal gut ist. (Obwohl das ganz witzig ist: Wir werden vom kompletten Team mittlerweile sehr kameradschaftlich begrüßt... Alle kennen uns, man kommt ins Plauschen... Aber darauf würden wir dann dankend verzichten... :o)... )

Pflegemama und Tröten-Indy

14. November (Sonntag)

Hallo zusammen,

sicher wundert Ihr Euch, warum ich mich solange nicht gemeldet hab' und warum Pflegefrauchen keine neuen Fotos von mir und meinen Blitzeaugen geschossen hat, gell?!
Die Erklärung ist einfach: Ganz so glatt wie ich mir und wir uns alles gewünscht hatten, ging's dann doch nicht. Ich war grad mal drei Tage tröten- und medikamentenfrei, als meine Augen fürchterlich anfingen zu jucken. Natürlich hab' ich zurückgejuckt - was denn sonst? Das war nachts, und Pflegefrauchchen hat's erst am Morgen mitgekriegt. Da war mein linkes Auge schon ganz rot, und ich habe ziemlich doll geblinzelt.
Tja, und Pflegefrauchen hat den Auftrag des Arztes ("Achten Sie ganz genau auf die Augen, auf Veränderungen") natürlich sehr ernst genommen, mich in meine Box gestopft und zum x-ten Mal in die Praxis geschleppt. Der Arzt war wie immer sehr lieb, aber nicht wirklich glücklich, mich wiederzusehen...
Mit den Augen insgesamt war er zwar immer noch sehr, sehr zufrieden, brummelte was von "Dass das sooo gut wird... Nein... Also wirklich...", diagnostizierte aber eine Hornhautreizung. Nicht wirklich dramatisch, aber das war's dann mit der tröten- und medikamentenfreien Zeit....
Habe jetzt elf weitere Tage mit diesem blöden Kragen, etlichen Kontrollbesuchen beim Arzt (wir sind da mittlerweile bekannt wie die bunten Hunde...) und diversen Kämpfchen mit Pflegefrauchen (zu den Themen "Ich will nicht in meine Box", "Geh weg mit den doofen Augentropfen", "Ich kneif die Augen so fest zusammen, wie ich kann - mal abwarten, wer gewinnt" etc.) hinter mir. Ich kann Euch sagen: Das hat geschlaucht! Klar, zum Schluss konnte ich mich sogar mit der Tröte über den Boden rollen, um mir den Bauch kraulen zu lassen, aber so richtig bequem...
Seit gestern Morgen endlich ist der Kragen (wieder) Geschichte - diesmal hoffentlich für immer! Tropfen bekomme ich noch weiterhin (insofern haben die Kämpfchen nicht ganz aufgehört...), und ich muss Pflegefrauchen immer gaaaanz tief in die Augen schauen, damit sie sieht, ob meine schönen Bernsteinäuglein sich verändern, aber es ist soooooooo fein, frei in der Wohnung herumzuspringen, nicht überall anzuecken und mich wieder unter die Möbel quetschen zu können.

Drückt mir mal die Daumen, dass alles gut bleibt - auch wenn wir in der nächsten Woche die Tropfen absetzen.

So, und jetzt muss ich mich mal wieder trollen - Krähen gucken am Wohnzimmerfenster. Denen kann ich nämlich jetzt wieder bei ihren spannenden Luftkämpfen zuschauen - genau, wie ich es mir erträumt hatte!!!!!

Ich sage bis bald und grüße mit einem herzlichen Miau!
Indy

Samstag, 27. November:

Hallo, Ihr Lieben!

Anfang dieser Woche war ich mal wieder zur Kontrolle beim Tierarzt. Und was soll ich sagen: Er ist nach wie vor sehr, sehr zufrieden mit meinen Augen! Man merkt ihm richtig an, wie sehr er sich mit mir und meinem Pflegefrauchen über den Erfolg der OP freut. Er betont immer wieder, dass es so, so ein großes Glück ist, dass ich noch so viel sehen kann, obwohl meine Augen anderthalb Jahre nicht behandelt worden waren, ich anderthalb Jahre fast blind und mit luxierten Linsen herumgetapst bin. (Könnt Ihr Euch vorstellen, wie schön es ist, wieder zu sehen? Pflegefrauchen sagt immer, dass ich mich jetzt wie eine "normale" Katze benehme - klar, ich bin nicht mehr so übervorsichtig und schreckhaft, weil ich eben sehe, was um mich herum passiert. Ich kann wieder rennen und springen, weil ich Hindernisse erkenne. Und toben kann ich auch wieder, weil ich sehe, womit ich spiele - die Katzenminze-Jute-Maus, die Frau Hüls mir bei ihrem Besuch geschenkt hatte, hab' ich schon ordentlich zerlegt... :o) Und jetzt entdecke ich grad Bälle für mich - das ist so lustig, wie die rumkullern...)

Doch zurück zu meinem Arzt: Ich hatte ja letztens schon erwähnt, dass er eher zum introvertierten Schlag Zweibeiner gehört. Aber ich glaube, ich habe sein Herz erobert: Zum einen ist er immer sehr, sehr lieb und fürsorglich zu mir. Zum anderen nahm er bei der jüngsten Untersuchung mein Pflegefrauchen in den Arm und drückte sie ganz fest, als er einer neuen Kollegin hocherfreut vom Erfolg der OP erzählte. Sachen passieren... Aber ich sag' ja immer wieder: Da verstehe jemand die Zweibeiner... :o)
Jedenfalls haben wir jetzt auch die Augentropfen langsam abgesetzt - ich bin seit drei Tagen vollkommen medikamentenfrei und mache mich prima. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, muss ich erst wieder kurz vor Weihnachten zur Augenuntersuchung - super, oder?!?
Bis dahin gibt's aber auf alle Fälle neue Fotos von mir - den Unterschied zwischen "damals" und heute zu sehen, ist wirklich frappierend!

So, ich troll' mich wieder vor meine warme Heizung. Dort ist grad mein Lieblingsplatz. Ich bin nämlich ein kleiner Friesepitter - klar, ich geh' auch jetzt ab und an auf dem Balkon spazieren, muss doch gucken, was los ist im Hof. Und die frechen Eichhörnchen in ihre Schranken weisen. Aber brrrrrrr. Richtig gemütlich ist's derzeit eben vor der Heizung - oder natürlich bei Pflegefrauchen auf dem Schoß.

Viele liebe Grüße und ein warmes, wohliges Schnurren
Indy

Sonntag, 2. Januar 2005

Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr!!

Sicher habt Ihr Euch schon gewundert, dass ich mich soooooooooooo lange nicht gemeldet habe, aber Pflegefrauchen war etwas im Weihnachts-/Silvesterstress (typisch Mensch...), und allein komm' ich einfach nicht an die Tastatur.... :o)

Aber heute gibt's endlich mal wieder einen Eintrag in mein Tagebuch. Immerhin war ich im Dezember, kurz vor Weihnachten, noch mal beim Arzt - und der Besuch hat meine Pflegemenschin vollkommen von den Socken gehauen: Der Arzt guckte mir nämlich (mal wieder) gaaaaaaaaanz tief in die Augen und brummelte dabei die ganze Zeit vor sich hin: "super", "super", "super". Pflegefrauchen war davon nicht übermäßig beeindruckt, weil es ja schließlich nichts Neues war. Und ich war nur genervt, weil ich die Tierarztbesuche immer noch nicht mag...
Aber dann guckte der Tierarzt Pflegefrauchen ganz fest in die Augen, wurde sehr ernst und sagte: "Wissen Sie eigentlich, dass das alles an ein Wunder grenzt, dass diese Katze wieder so gut sehen kann?!? Aber jetzt ist ja auch die richtige Jahreszeit für Wunder!"
Eieieieieiei - ich sage Euch: "Meine" Menschin ist ja nicht übermäßig nah am Wasser gebaut, aber die Tränen schossen ihr sofort in die Augen, weil sie sich so gefreut hat und soooooooooo gerührt war...
Und wer musste das alles ausbaden: ich natürlich - Pflegefrauchen hat mich vor Freude fast plattgedrückt.... :o)

Aber ich geb' ihr ja Recht: Es ist schon wunderbar, wieder sehen zu können - o.k., im Nahbereich ist's etwas schwach, das geht ohne Linse nunmal nicht. Aber ansonsten: Ich kann alles sehen, was ich zum Leben brauche.
Natürlich: Ich muss Wohnungskatze bleiben, für draußen ist und bleibt mein Sehen zu schlecht - ich kann nicht mehr fokussieren und das ist in freier Wildbahn sehr unpassend. Aber es ist nicht schlimm - mein Balkon reicht mir; und jetzt im Winter setze ich grad mal ein Pfötchen nach draußen in die Kälte, drinnen ist's mir viel lieber!!
Zudem riet der Tierarzt dringend, dass ich Einzelkatze bleibe, da es für meine Augen zu gefährlich wäre, wenn ich mich mal mit einer anderen Katze prügeln würde. Aber auch das ist nicht wirklich dramatisch - immerhin bin ich hier die kleine Prinzessin und werde ordentlich gekuschelt und verwöhnt. Zudem bin und bleibe ich eine Langschläferin - und Ruhe, so der Tierarzt, tut mir gut. Also: Was soll's?!?

Nun steht natürlich bald die Frage "Was nun?" an - immerhin logiere ich hier in einer Pflegestelle. Frau Hüls und Pflegefrauchen stecken grad ganz schön oft ihre Köpfe zusammen.
Ich glaube, die arbeiten dran, dass ich hierbleiben darf - mir wär's jedenfalls sehr recht, denn wie gesagt: Prinzessin und so... :o)
Außerdem habe ich mich mittlerweile so sehr an mein Pflegefrauchen und ihr kuscheliges Bett gewöhnt, dass ich beide sehr ungern wieder abgeben würde... Der Tierarzt hatte geraten, dass sich an meiner Wohnsituation am besten nichts ändern solle - eben weil ich mich hier so gut gemacht habe. Trotz OP und so.
Aber: Das letzte Wort haben nunmal die (Hagener) Zweibeiner - also müssen wir abwarten.

Ich halt' Euch aber auf dem Laufenden!

Liebe Grüße
Eure Indy Wunderauge

P.S.: Die aktuellen Fotos, auf denen Ihr meine Augen richtig gut sehen könnt, hat Pflegefrauchen jetzt am Jahreswechsel gemacht. Sie ist die ganzen Tage mit einer Kamera hinter mir hergekrabbelt - ganz schön anstrengend... :o)
Die leichte Trübung am rechten Auge, die man manchmal sieht, wird bleiben - da die ausgerissene Linse direkt an der Hornhaut lag, konnte letztere nicht ausreichend versorgt werden und ist trüb - aber das stört mich nicht beim Sehen!

 

 

 und zum Vergleich noch mal

links vor der OP / mitte und rechts nach der OP

Wie man sieht, war die Operation ein voller Erfolg.

Indy, Pflegefrauchen, die Tiernothilfe Hagen e. V. und Vierbeiner & Co. Hagen bedanken sich nochmals ganz ganz herzlich bei allen lieben Menschen, die für diese OP gespendet haben und somit Indy ermöglicht haben, wieder sehen zu dürfen.

 

 

06.03.2005

Hallo zusammen,

jetzt haben die Zweibeiner entschieden: Ich heiße ab sofort Indy Müller, und meine bisherige Pflegestelle ist mein neues Zuhause.
Ich hab' mich ganz schön gefreut - nun ja, der Name hätte schon etwas origineller sein können, aber gut; hat sich Frauchen ja auch nicht ausgesucht... :o)
Ich bin einfach froh, dass ich mich nicht wieder irgendwo neu eingewöhnen muss. Und neue Menschen nach meinem Geschmack erziehen muss. Frauchen hab' ich doch jetzt grad so, wie ich's mag. Zum Beispiel morgens mecker ich ihr so lange die Ohren voll, bis ich mein Schlückchen Katzenmilch bekommen hab'. Hat ein wenig gedauert, bis sie's geschnallt hat, aber jetzt läuft's.
Oder sobald ich höre, dass morgens die Mikrowelle angeht, wenn Frauchen ihre Milch heiß macht, rolle ich über den Küchenboden, weil ich gebürstet werden will. Klappt hervorragend!

Zudem hat meine Zweibeinerin mittlerweile einen ganz guten Durchblick in puncto "Krankenpflege". Ich werd' ja noch behandelt, weil ich mir immer wieder gerne das Köpfchen blutig kratze. Die Hormone, die ich nehmen muss, machen allerdings ein bisschen rundlich - also müssen Light-Futter und Trimm-Trab her. Manchmal auch erste Hilfe bei Durchfall. Auch da sind Frauchen und ich mittlerweile ein eingespieltes Team.

Außerdem hätt' ich ihr, glaub' ich, das Herz gebrochen, wenn ich so mir nichts Dir nichts wieder ausgezogen wäre - sie ist schon ziemlich verliebt in mich. Und genauso schmusig, wie ich's mag (o.k., manchmal stellt sie sich ein bisschen an, wenn ich ihr nachts im Gesicht rumschnupper oder -lecke, aber ein paar Macken darf sie ruhig haben...).

Ich verabschiede mich von Euch und sage noch einmal ganz, ganz herzlichen Dank für Eure (finanzielle) Hilfe, Eure guten Wünsche, Euren Zuspruch - eben für alles, was Ihr für mich getan habt!

Liebe Grüße und alles Gute!
Indy Müller (hihi...)